Vierzig Jahre Landeshauptstadt St. Pölten sind weit mehr als ein Jubiläum. Sie markieren einen Wendepunkt in der Geschichte Niederösterreichs – politisch, kulturell, gesellschaftlich.
Die Entscheidung für eine eigene Landeshauptstadt war nie bloß eine Standortfrage. Sie war eine Grundsatzentscheidung: für Eigenständigkeit, für Selbstbewusstsein, für ein Land, das sich nicht länger über ein anderes definiert.
Vierzig Jahre Landeshauptstadt St.Pölten waren nicht nur ein Beschluss, sie erzählen eine größere Geschichte: die Geschichte eines Landes, das seinen Mittelpunkt gefunden hat – und dadurch erst wirklich ganz geworden ist.
EIN LAND OHNE HAUPTSTADT IST WIE EIN GULASCH OHNE SAFT.
Mit einem Gulasch-Vergleich brachte Siegfried Ludwig Mitte der 1980er-Jahre ganz Niederösterreich ins Gespräch. Seine Kampagne für eine eigene Landeshauptstadt wurde zum historischen und kulturellen Meilenstein: 1986 entschied sich das Land in einer Volksbefragung für St. Pölten.
Nach Jahrzehnten der Diskussion über eine eigene Landeshauptstadt – im Grunde seit der Trennung von Wien und Niederösterreich im Jahr 1922 – traf Siegfried Ludwig einen Nerv. Der aus der Wirtshauskultur gegriffene Gulasch-Spruch war bewusst einfach – und gerade deshalb so einprägsam und wirkungsvoll. Seine Kampagne machte die Hauptstadtfrage plötzlich für alle verständlich: Ein Land braucht ein politisches Zentrum – so wie ein gutes Gulasch seinen Saft.
Was zunächst belächelt wurde, entwickelte rasch enorme Kraft. Die Menschen begannen zu diskutieren und Position zu beziehen. Am 1. und 2. März 1986 kam es zur Volksbefragung: 56 Prozent der Niederösterreicherinnen und Niederösterreicher sprachen sich für eine eigene Landeshauptstadt aus und wählten St. Pölten. Damit wurde aus einem einfachen Vergleich aus der Alltagskultur ein Stück Landesgeschichte – und Siegfried Ludwig gilt seither als „Vater der Landeshauptstadt“.
Alles ist da – aber es fehlt der Kern, der Geschmack, das Verbindende. Eine Hauptstadt ist kein Selbstzweck. Sie ist der Ort, an dem sich ein Land sammelt, organisiert, erzählt. Ohne sie bleibt Identität fragmentiert. Mit ihr entsteht ein Mittelpunkt, von dem aus sich alles andere entfalten kann.
Das Land war stark, vielfältig, leistungsfähig – aber ohne eigenes Zentrum. Politische Entscheidungen, kulturelle Strahlkraft, symbolische Orte lagen außerhalb. Erst mit der Landeshauptstadt bekam Niederösterreich eine innere Ordnung, einen klaren Bezugspunkt, eine gemeinsame Klammer.
St. Pölten wurde dieser Bezugspunkt. Nicht als Konkurrenz zu den Regionen, sondern als deren Verstärker. Nicht als Ersatz für Vielfalt, sondern als deren Plattform.
Die HAUPTSTADT machte sichtbar, was zuvor verstreut war: Verantwortung, Entscheidungsfähigkeit, Identität – einte all dies und machte somit Niederösterreich als Ganzes zur HAUPTSACHE.
Von St. Pölten aus wurden Strukturen geschaffen, die weit über die Stadtgrenzen hinauswirken: politische Institutionen, kulturelle Leuchttürme, wissenschaftliche Einrichtungen, gesellschaftliche Formate und wirtschaftliche Impulse. Die Hauptstadt wurde zum Motor, der Bewegung erzeugt – nicht zum Magneten, der alles anzieht.
Gerade in Verbindung mit den Umbrüchen der späten 1980er- und 1990er-Jahre – dem Fall des Eisernen Vorhangs, der Öffnung Europas, neuen wirtschaftlichen und kulturellen Räumen – konnte Niederösterreich erstmals seine eigene Rolle neu definieren: nicht als Randlage, sondern als Gestaltungsraum.
Mit der Entscheidung für die Landeshauptstadt begann 1986, was heute weit über die Regionen hinausstrahlt: Eine starke Mitte und selbstbewusste Regionen machen Kunst und Kultur in harmonischer Symbiose in ganz Niederösterreich sichtbar.
Die Entscheidung für eine eigene Landeshauptstadt war von Anfang an mehr als eine politische Entscheidung. Sie war auch ein gesellschaftliches und kulturelles Bekenntnis. Eine neue Hauptstadt brauchte Identität, Ausstrahlung und Profil. Kultur wurde gezielt als Motor der Stadt- und Landesentwicklung eingesetzt. Die Landeshauptstadt vernetzt, inspiriert zur Zusammenarbeit und setzt neue Impulse. Sie gibt Kunst und Kultur ein Zentrum, ohne zu dominieren. Das Umland profitiert von dieser starken Mitte. So konnte die Kunst und Kultur in den Regionen ihr eigenes Profil schärfen, ihre Stärken ausspielen und ihre eigenen Geschichten erzählen. Die Hauptstadt wirkt nicht als Machtpol, sondern als Knotenpunkt, der verbindet.
Das St. Pöltner Landtagsschiff ist kultureller Blickfang und Symbol für Demokratie, Aufbruch und Niederösterreichs Eigenständigkeit. Der auf Stützen errichtete Bau mit dem Sitzungssaal des Landtags
schwebt über dem Wasser am Landhausplatz. An der Traisen arbeiten Landtag, Landesregierung und Verwaltung an einem Ort. Transparent, offen und mit kurzen Wegen.
Zwischen 1992 und 1997 entstand dieses politische Zentrum des Landes. Mit der Übersiedelung aus Wien wurde aus abstrakter Zuständigkeit spürbare Nähe zu den Regionen. Entscheidungen für Kinder- und Altenbetreuung, für einen starken Wirtschafts- und Kulturstandort fallen hier: eigenständig, direkt spürbar und wirksam in allen Regionen. Das Regierungsviertel ist ein Projekt historischer Tragweite. Herzstück ist das Landtagsschiff als Sitz des Landtages. Weithin sichtbar setzt der Klangturm von Ernst Hoffmann als futuristischer „Leuchtturm“ einen vertikalen Akzent und öffnet bis heute Räume für Klangkunst und Neue Medien.
Kunst und Kultur geben Niederösterreich Identität – mit einer Hauptstadt als verbindende Mitte des Landes. Über drei Millionen Besucherinnen und Besucher, 20.000 Veranstaltungen und 30.700 Arbeitsplätze machen die Kultur zu einem zentralen Motor der regionalen Wertschöpfung – mit jährlich 1,35 Milliarden Euro.
Getragen wird diese kulturelle Vielfalt von rund 3.000 Veranstaltern: von Kulturveranstaltern über regionale Museen bis zu Laientheatergruppen und Blasmusikkapellen. Mehr als 10.000 Menschen sind künstlerisch tätig, der Großteil davon nebenberuflich. Über 100.000 Menschen engagieren sich ehrenamtlich in Kulturvereinen und -institutionen. In den 573 Gemeinden Niederösterreichs finden jährlich mehr als 20.000 Kulturveranstaltungen statt. Kultur prägt den Alltag und wirkt zugleich als Motor regionaler Wertschöpfung.
Der wirtschaftliche Beitrag der Kultur ist beeindruckend: Mit 1,35 Milliarden Euro leistet die Kulturwirtschaft pro Jahr rund 2,5 Prozent der regionalen Gesamtleistung. Allein der Kulturtourismus bringt jährlich 208 Millionen Euro. Insgesamt hängen 30.700 Arbeitsplätze direkt oder indirekt an Kunst und Kultur – und damit jeder 30. Job im Land.
Das Festspielhaus St. Pölten, ein architektonisches Glanzstück, holt Weltkunst in Musik und zeitgenössischem Tanz ins Land.
Seit 1997 ist es im Kulturbezirk ein international ausgerichtetes Produktions- und Koproduktionshaus und Residenz des Tonkünstler-Orchesters. Von Klaus Kada markant entworfen und orchester- und bühnentechnisch auf höchstem Niveau, steht es für Qualität und Offenheit. Internationale Compagnien und Orchester arbeiten hier, Premieren entstehen in St. Pölten und gehen von hier aus auf Tournee. So verlagert das Haus kulturelle Strahlkraft bewusst aus den Metropolen ins Land und macht die Landeshauptstadt zu einem Standort europäischer Weltkunst. Als Magnet für in- und ausländisches Publikum, Kunstschaffende und Medien prägt es den Kulturbezirk als neues Zentrum der Landeshauptstadt. Spitzenkunst hat hier ein Zuhause, auch außerhalb der Großstadt.
Das Museum Niederösterreich erzählt unser Land als Ganzes: Natur, Geschichte und Gegenwart unter einem Dach. Es vermittelt Wissen zeitgemäß und verbindet Vielfalt zu einer gemeinsamen Erzählung.
2002 nach Plänen von Hans Hollein im Kulturbezirk eröffnet, verbindet das Haus markante Architektur mit Offenheit zur Stadt. Großzügige Räume, klare Wege und Sichtachsen prägen die Architektur. Die Neugestaltung des Vorplatzes und Eingangsbereiches öffnen das Museum zusätzlich als öffentlichen Aufenthalts- und Veranstaltungsraum. Inhaltlich bündelt das Museum Landesgeschichte, Landschaft, Tierwelt, politische Entwicklungen und Alltagskultur zu einer gemeinsamen Erzählung: eine in Österreich seltene Kombination. Als Gedächtnis- und Wissensort bringt es Schulklassen, Familien, Forschende sowie Besucherinnen und Besucher zusammen. Wissen wird hier lebendig, Identität wächst aus Wissen und der Erfahrung, Teil eines größeren Ganzen zu sein.
Das Landestheater Niederösterreich steht mit seinen vielfach ausgezeichneten Produktionen für Professionalität, Verlässlichkeit und künstlerische Qualität. Mit eigenem Ensemble, ganzjährigem Spielbetrieb und eigener Handschrift bringt es Theater in alle Regionen des Landes.
Mit Wurzeln bis ins Jahr 1820 und einer späteren Neupositionierung als Ensemble- und Produktionshaus verkörpert das Theater in St. Pölten kontinuierliche, hochwertige künstlerische Arbeit. Hier entstehen Inszenierungen mit eigener Handschrift, die weit über die Landesgrenzen hinaus reisen. Preise und Nominierungen im deutschsprachigen Raum bestätigen regelmäßig die Qualität des Hauses. Mitten in der Altstadt verankert, belebt das Landestheater das Stadtleben, schafft Raum für Auseinandersetzung und wirkt als öffentliche Infrastruktur – unverzichtbar wie Schule oder Verwaltung.
Die Entscheidung für eine eigene Landeshauptstadt ging weit über die Stärkung der Hochkultur als Identitätsanker hinaus. Sie setzte ein klares Signal, die kulturelle Vielfalt aller Regionen Niederösterreichs in den Mittelpunkt zu stellen. Erfolgreiche regionale Kulturarbeit mobilisiert Menschen und stärkt nachhaltig den Zusammenhalt im Land.
Genau hier setzt die Kultur.Region.Niederösterreich an: Seit 2007 plant, organisiert und realisiert sie professionelle, qualitätsvolle Kulturarbeit im ganzen Land. Im Mittelpunkt steht eine ganzheitliche, nachhaltige Kulturvermittlung für Menschen aller Generationen, eingebettet in Bildung, Gemeinwesen- und Sozialarbeit sowie kreatives, künstlerisches Schaffen. So werden Selbstbewusstsein, Eigeninitiative, Kreativität und Innovationskraft in den Regionen gestärkt.
Alle Projekte dienen der Entwicklung kultureller Identität, fördern ehrenamtliches Engagement und orientieren sich an demokratischen Werten und den Menschenrechten. Mit Festen, Konzerten, Festivals und Lesungen erreicht die Regionalkultur Millionen Menschen. Hunderttausende Ehrenamtliche – von Chören über Vereine bis zu Museen und Bibliotheken – tragen zu einer flächendeckenden kulturellen Nahversorgung bei. Regionale Kulturarbeit lebt von Begegnung und gemeinschaftlichem Engagement und stärkt so nachhaltig die Lebensqualität in Niederösterreich.
Wo Niederösterreich zu Hause ist, wird Nachbarschaft gelebt. Sie verbindet Menschen, stärkt Lebensqualität und gibt Halt. Soziale und kreative Projekte der Nachbarschaftshilfe zeigen im ganzen Land, wie Miteinander in den Regionen gelingt. Die Initiative „Nachbarschaft leben“ fördert das nachbarschaftliche Miteinander in der Lebens- und Alltagskultur in den Gemeinden.
Wo Nachbarschaft bewusst gepflegt wird, entsteht eine kraftvolle Gemeinschaft: als soziales Netzwerk, als Fundament für Zusammenhalt und als wertvolle Begleiterin in unterschiedlichen Lebensphasen. Hier werden Erfahrungen geteilt, neue Ideen entwickelt und gemeinsame Lösungen geschaffen, um das Leben in Niederösterreich noch lebenswerter zu machen. Nachbarschaft braucht Engagement, Aufmerksamkeit und kontinuierliche Zusammenarbeit. Jeder Tag bietet die Möglichkeit, füreinander da zu sein und Verantwortung zu übernehmen. Die erfolgreiche Initiative „Nachbarschaft leben“ der Kultur.Region.Niederösterreich setzt dafür wichtige Impulse.
Volkskultur, die verbindet: Trachtenkultur steht für Gemeinschaft, Zusammenhalt und gelebte Identität in Niederösterreich. Sie ist regional vielfältig geprägt und fixer Bestandteil der Volkskultur – ebenso wie Bräuche, Volksmusik oder Handwerkskunst. Die Tracht zeigt unsere Herkunft, stiftet Identität und setzt einen bewussten Gegenpunkt.
In Niederösterreich ist die Trachtenkultur tief verwurzelt und bis heute ein lebendiger Teil des gesellschaftlichen Lebens. Sie verbindet Generationen und zeigt, wo Menschen zu Hause sind. Die Tracht ist das sichtbare Zeichen besonderer regionaler Traditionen und der kulturellen Eigenständigkeit. Sie wird bei Festen, Feierlichkeiten, Konzerten, Kirtagen oder im Vereinsleben getragen und manchmal ganz bewusst im Alltag. Gerade dadurch bleibt Volkskultur lebendig. In einer globalisierten Welt gewinnt diese kulturelle Identität wieder an Bedeutung. Zeitgemäße Trachten zeigen dabei, dass Tradition und Moderne kein Widerspruch sein müssen.
Kindergärten sind heute weit mehr als Orte der Betreuung. In Niederösterreich werden sie zu Bildungsräumen, in denen Kinder spielerisch lernen, ihre Talente entdecken und wichtige soziale Fähigkeiten entwickeln. Sie geben Kindern die besten Voraussetzungen für ihren weiteren Weg. Ergänzt wird dieses starke Bildungsangebot durch die Musik- und Kunstschulen des Landes, die kreative Begabungen fördern, sowie durch vielfältige Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten – von der Lehre bis zur beruflichen Qualifizierung. So begleitet Niederösterreich junge Menschen von Anfang an auf ihrem Weg in eine erfolgreiche Zukunft.
Niederösterreich investiert 750 Millionen Euro in über 600 neue Kindergartengruppen und 250 neue Tagesbetreuungsgruppen. Kleine Gruppen garantieren hochwertige Förderung. Bis 2027 stärkt das Land dadurch Familien, Bildung und regionale Wirtschaft.
In Niederösterreich beginnt Bildung früh – und zwar mit Qualität. Seit September 2024 können Kinder bereits ab zwei Jahren den Kindergarten besuchen. Damit wird die Lücke zwischen Karenzzeit und Kindergarten geschlossen und Familien erhalten mehr Planbarkeit im Alltag. Gleichzeitig sorgt der kostenlose Vormittag für Kleinkinder in Tagesbetreuungseinrichtungen für finanzielle Entlastung und erleichtert Eltern den raschen Wiedereinstieg in den Beruf. Kleine Gruppen und gezielte Förderung ermöglichen eine besonders individuelle Betreuung.
Gleichzeitig investiert Niederösterreich konsequent in die Zukunft. Gemeinsam mit den Gemeinden in allen Regionen entstehen bis 2027 über 600 neue Kindergarten- und 250 neue Tagesbetreuungsgruppen. Insgesamt fließen 750 Millionen Euro in den Ausbau der Kinderbetreuung – in Gebäude, Personal und laufenden Betrieb. Davon profitieren Kinder und Familien ebenso wie die regionale Wirtschaft.
Niederösterreich investiert 43,5 Millionen Euro in über 515 Musik- und Kunstschulstandorte und entwickelt sie gezielt weiter. Neben der musikalischen Ausbildung erweitern künftig auch bildende Kunst, Medienkunst und Literatur das Angebot der Musikschulen. So entstehen neben der Kreativakademie neue Räume für Talente im ganzen Land.
In den Musik- und Kunstschulen des Landes entdecken Kinder und Jugendliche ihre Talente. Die Schulen sind dabei mehr als Unterrichtsorte: Sie fördern Kreativität, Selbstvertrauen und persönliche Entwicklung. Besonders begabte junge Menschen werden gezielt unterstützt, etwa durch das Talenteförderprogramm oder Wettbewerbe wie prima la musica.
Mit 43,5 Millionen Euro erhöht das Land Niederösterreich 2026 die Förderung für Musik- und Kunstschulen um rund 1,1 Millionen Euro. Gleichzeitig steigt die Zahl der geförderten Unterrichtsstunden auf den Höchstwert von 34.140 Wochenstunden. Ab dem Schuljahr 2026/27 erweitert Niederösterreich das Musikschulangebot um bildende Kunst, Medienkunst und Literatur und schafft somit neue kreative Möglichkeiten direkt in den Gemeinden. Damit wird der flächendeckende Zugang zu kultureller Bildung in allen Regionen weiter ausgebaut.
Lehre mit Zukunft: Mit der Lehrlingsoffensive, Ausbildungsprogrammen und gezielten Förderungen eröffnet Niederösterreich jungen Menschen beste Chancen und sichert der Wirtschaft die Fachkräfte von morgen. Über 16.000 Lehrlinge zeigen: Die Lehre hat im Arbeitsland Niederösterreich Zukunft.
Die duale Lehrlingsausbildung ist ein Erfolgsmodell – in ganz Europa und besonders in Niederösterreich. Das Land setzt deshalb konsequent auf die Förderung des Fachkräftenachwuchses. Mit Initiativen wie der NÖ Lehrlingsoffensive, gezielten Förderprogrammen und neuen Ausbildungsangeboten erhalten junge Menschen beste Chancen auf eine hochwertige Ausbildung und einen qualifizierten und gut bezahlten Beruf. Jugendbildungszentren, überbetriebliche Lehrausbildungen und Programme wie Just2Job mit verkürzter Lehrzeit eröffnen zusätzliche Wege in die Lehre und erleichtern den Einstieg ins Berufsleben.
Gleichzeitig unterstützt das Land Lehrlinge durch die NÖ Begabtenförderung und Sonderprogramme für spezielle Qualifikationen wie NÖ Lehre PLUS. So entsteht ein starkes Netzwerk für Ausbildung und Qualifikation. Niederösterreich zeigt: Wer in junge Menschen investiert, stärkt die Fachkräftebasis in den Regionen und damit den Arbeitsmarkt im ganzen Land.
Vor 40 Jahren war Niederösterreich ein weißer Fleck auf der Wissenschaftslandkarte. Heute zählt das Land zu den dynamischsten Wissenschafts- und Innovationsstandorten Europas. Rund 30.000 Studierende und 13.500 Beschäftigte in Forschung und Entwicklung prägen diesen Aufschwung – mit spürbarem Nutzen für die Regionen.
Seit der Gründung der Universität für Weiterbildung Krems und der Eröffnung des IFA Tulln im Jahr 1994 positionierte sich Niederösterreich gezielt als Forschungsstandort. Klare Schwerpunkte – von Allergie- und Krebsforschung über Künstliche Intelligenz bis zur Weltraumforschung – machen das Land zu einem Magneten für internationale Spitzenforschung.
Internationale Talente kommen ins Land und stärken den Standort nachhaltig. Gleichzeitig können junge Menschen ihre Ausbildung im eigenen Bundesland absolvieren. Wissenschaft wirkt hier unmittelbar: Sie schafft qualifizierte Arbeitsplätze vor Ort, stärkt die regionale Wirtschaft und bringt Innovationen direkt zu den Menschen. Unternehmen profitieren von Kooperationen, Gemeinden von neuen Lösungen für Energie und Mobilität, Patientinnen und Patienten von moderner Medizin vor Ort.
Ein Leuchtturm der Forschung in Niederösterreich: Das Institute of Science and Technology Austria (ISTA) in Klosterneuburg zählt zur internationalen Spitze der Grundlagenforschung. Forschende aus über 80 Nationen schaffen hier Wissen für die wissenschaftlichen und technologischen Durchbrüche von morgen.
Seit seiner Gründung hat sich das ISTA als internationales Spitzenzentrum der Grundlagenforschung etabliert. Hier werden zentrale Fragen gestellt, deren Antworten weit über den Campus hinausreichen. Was hochtheoretisch in der Grundlagenforschung beginnt, mündet in ganz konkreten Fortschritt: neue Medikamente, innovative Materialien, leistungsfähigere Computertechnologien oder moderne Diagnoseverfahren. Viele medizinische und technologische
Durchbrüche wären ohne diese wissenschaftliche Exzellenz nicht denkbar. Das ISTA schafft damit mehr als Wissen, es
eröffnet Zukunftschancen für uns alle.
Mit MedAustron verfügt Wiener Neustadt über ein Forschungs- und Therapiezentrum, das europaweit Maßstäbe setzt und neue Wege in der Krebsbehandlung eröffnet. Hochpräzise Strahlen, individuell angepasst – für Therapien, die Leben verändern und Hoffnung schenken. Spitzenforschung und -medizin aus der Region mit internationalem Know-how.
Als europaweit einzigartiges Zentrum verbindet MedAustron Spitzenforschung mit modernster Krebstherapie. Tumore können hochpräzise behandelt werden, gesundes Gewebe wird geschont. Für Patientinnen und Patienten bedeutet das höhere Heilungschancen, weniger Nebenwirkungen und mehr Lebensqualität. Besonders bei schwer zugänglichen oder strahlenempfindlichen Tumoren, etwa bei Kindern, schafft diese Technologie neue Perspektiven..
MedAustron ist damit mehr als ein medizinischer Meilenstein: Es ist ein Ort der Hoffnung im Kampf gegen Krebs und zugleich ein Motor für Niederösterreich. Hochqualifizierte Arbeitsplätze entstehen, internationales Know-how wird ins Land geholt und der Standort langfristig gestärkt.
Niederösterreichs 15 Hochschulen prägen den Alltag, bilden Fachkräfte aus und treiben durch ihre Spitzenforschung Innovationen voran. Mit über 30.000 Studierenden werden an den Hochschulen auch die Fachkräfte der Zukunft in Digitalisierung, Technik, Pflege, Wirtschaft oder Medizin ausgebildet.
Mit diesem starken Hochschulnetz verfügt Niederösterreich über leistungsstarke Institutionen, die Ausbildung, Forschung und Praxis verbinden. Absolventinnen und Absolventen treiben digitale Lösungen in Klein- und Mittelbetrieben voran, entwickeln nachhaltige Energiekonzepte und bringen moderne Pflege- und Therapiekonzepte in die Praxis.
Was vor 40 Jahren undenkbar war, ist heute Realität: Medizin studieren in Niederösterreich. Die Karl Landsteiner Privatuniversität für Gesundheitswissenschaften und die Danube Private University in Krems stehen für den Aufschwung im Gesundheits- und Medizinbereich. Sie verbinden universitäre Ausbildung mit klinischer Praxis und Forschung und sorgen damit für mehr Ärztinnen und Ärzte und hochqualifiziertes Gesundheitspersonal im Land. Ein entscheidender Vorteil für die medizinische Versorgung, gerade in Zeiten des Fachkräftemangels.
Mit über 13.000 Studierenden, praxisnaher Forschung und neuen Studienangeboten in Informatik, Bahntechnik, digitaler Gesundheit, Biotechnologie und künstlicher Intelligenz gestalten die Fachhochschulen Zukunft in ganz Niederösterreich. Damit stärken sie den ländlichen Raum, bilden Fachkräfte aus und schaffen Arbeitsplätze sowie Wertschöpfung.
Mit modernen, vielfach internationalen Studienbedingungen, angewandter Forschung, engen Kooperationen mit Unternehmen sowie hoher Praxisorientierung leisten die Hochschulen einen wesentlichen Beitrag zur regionalen Entwicklung. Ihre Schwerpunkte reichen von Gesundheits- und Sozialwissenschaften über Wirtschaft, Tourismus, Naturwissenschaften, Ingenieurswissenschaften und IT bis hin zu Recht, Media, Design und Sicherheitswissenschaften.
Besonders im Gesundheitsbereich tragen sie maßgeblich zur Ausbildung qualifizierter Fachkräfte in Pflege, Therapie, Hebammenwesen und weiteren Gesundheitsberufen bei. Damit stärken die Fachhochschulen nicht nur den Bildungsstandort Niederösterreich, sondern auch die Fachkräftesicherung und die wirtschaftliche Entwicklung des Landes.
Der Campus Tulln vereint internationale Wissenschaft, ökologische Verantwortung und wirtschaftliche Innovation. Ob Kreislaufwirtschaft, nachhaltige Materialien oder neue biobasierte Technologien – hier entstehen Lösungen für die Herausforderungen von morgen. Forschung, die die Region stärkt und weltweit Wirkung zeigt.
Institutionen wie die BOKU University mit dem Universitäts- und Forschungszentrum Tulln (UFT), die Fachhochschule Wiener Neustadt – Biotech Campus Tulln sowie zahlreiche Forschungs- und Technologieeinrichtungen arbeiten hier gemeinsam an zukunftsweisenden Lösungen. Forschung, Lehre und Unternehmen sind eng vernetzt und stärken sowohl die Region als auch die internationale Sichtbarkeit des Standorts. Mit Einrichtungen wie dem Haus der Digitalisierung, interuniversitären Forschungszentren und innovativen Unternehmen entwickelt sich der Campus Tulln kontinuierlich zu
einem zentralen Zukunftsstandort in Niederösterreich.
© 2026 Amt der NÖ Landesregierung