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Arbeitsprogramm zur Wirtschaftsstrategie Niederösterreich 2030+

Das Wirtschaftsressort des Landes Niederösterreich setzt auch künftig auf bewährte Unterstützungs- und Finanzierungsinstrumente, damit Unternehmerinnen und Unternehmer Projekte sicher planen und umsetzen können. 

Dazu zählen Investitionsförderungen des Wirtschafts- und Tourismusfonds sowie Haftungen der NÖBEG, die Finanzierungsspielräume erweitern und Projekte beschleunigen. 

Ergänzend wird Innovation und Digitalisierung durch gezielte Vernetzung gestärkt, damit Betriebe leichter Partnerinnen und Partner, Know-how und neue Märkte finden. 

Mit den Technopolen und Clustern wird Wirtschaft, Forschung und Ausbildung zusammengebracht und so Plattformen für Kooperationen, Pilotprojekte und Technologietransfer geschaffen. 

Dadurch entsteht ein Umfeld, in dem niederösterreichische Unternehmerinnen und Unternehmer noch innovativer werden, wettbewerbsfähig bleiben und nachhaltig wachsen können.

 
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1. Handlungsfeld: Digitalisierung, Produktivitätssteigerung & Smarte Regulierung

  • Programm digi Kickstart „Handwerk“
    Das neue Programm digi Kickstart „Handwerk“ (Start Mai 2026) unterstützt niederösterreichische Handwerksbetriebe beim nächsten Schritt ihrer Digitalisierung – einschließlich der Anwendung von Künstlicher Intelligenz. Gemeinsam mit der Wirtschaftskammer/ Technologie- und InnovationsPartner (TIP) werden in verschiedenen Regionen Workshops angeboten, um durch einen niederschwelligen und praxisorientierten Zugang werden Digitalisierungs- und KI-Potenziale gezielt zu erschließen und damit die Wettbewerbsfähigkeit niederösterreichischer Unternehmen nachhaltig zu stärken.

  • Sensibilisierung & Qualifizierung im Bereich Digitalisierung

    Die „Digitalks on Tour“ bringen die Angebote und Schwerpunkte des Hauses der Digitalisierung direkt in die Regionen Niederösterreichs und ermöglichen einen niederschwelligen Zugang zu aktuellen Digitalthemen (Agentic AI und Datenkompetenz). Im Mittelpunkt stehen praxisnahe Inputs und Austauschformate zu Künstlicher Intelligenz, Datenkompetenz und Cybersicherheit, die sich an Bürgerinnen und Bürger sowie an Unternehmen richten. Inhalte und Erfahrungen aus dem Science Center – etwa aus den Laboren für digitale Technologien und Biotechnologie – fließen gezielt in Vorträge, Workshops und Demonstrationen ein.

    Ab 2026 startet zudem in Kooperation mit dem Bundesministerium für Landesverteidigung die Schultour „Wer lenkt die Likes?“, die Jugendlichen. Mechanismen digitaler Meinungsbildung, internationale Einflussnahme und Cyberrisiken vermittelt; gemeinsam mit der Bildungsdirektion Niederösterreich werden ergänzend Elternabende angeboten. Das Science Center im Haus der Digitalisierung bleibt ein zentraler Bestandteil des Bildungsangebots, die Labore für digitale Technologien und Biotechnologie sowie der Escape Room werden weitergeführt und kontinuierlich weiterentwickelt.

  • Verfahrensexpress plus
    Der „Verfahrensexpress plus“ ist ein Maßnahmenpaket zur Beschleunigung und Vereinfachung behördlicher Abläufe – insbesondere bei Betriebsanlagenverfahren. Vorgesehen sind u. a. der Ausbau digitaler Einreichmöglichkeiten und Online-Beratungsangebote. Damit sollen Behördenwege für Bürgerinnen und Bürger sowie für Unternehmerinnen und Unternehmer planbarer und effizienter werden.

  • Kooperations- und Qualifizierungsprojekte zur Einführung neuer Technologien (Cluster & Netzwerke)
    Im Rahmen des Clusterprogramms der Wirtschaftsagentur ecoplus arbeiten Unternehmen und Forschungseinrichtungen an Projekten zur Produktivitätssteigerung und Qualifizierung im Bereich neuer Technologien in den Zukunftsfeldern Kunststoff, Mechatronik, nachhaltiges Bauen und Sanieren sowie Lebensmittel. Auch neue Arbeitswelten sind dabei Thema. Im Zentrum der Arbeit steht die überbetriebliche Zusammenarbeit, die Vernetzung mit Forschungseinrichtungen und der Technologietransfer in die Unternehmen.

 
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2. Handlungsfeld: Nachhaltige Standort-Profilierung 

  • Proaktive Standortentwicklung in Abstimmung mit anderen Fachbereichen
    Seitens des Landes werden die Potentiale für schnell wachsende Branchen gescreent und so entsprechende Rahmenbedingungen für Strukturwandel ermöglicht werden. Hier werden die dafür relevanten Fachbereiche bzw. Abteilungen zusammengebracht, um die optimalen Rahmenbedingungen zu gestalten.

  • Schwerpunkt Bahntechnologie
    Die Bahnindustrie leistet einen wesentlichen Beitrag für den Wirtschaftsstandort und für die Mobilitätslösungen in Niederösterreich. 33 Unternehmen sind dazu in Niederösterreich angesiedelt. Die Exportquote bei Produkten aus diesem Bereich liegt zwischen 60 und 80 Prozent. Das Thema birgt Potenzial für weitere Wertschöpfung und Innovation.  Im Rahmen dieses Schwerpunkts soll das Thema der Bahntechnologie, das in Niederösterreich breit verankert ist und zudem Zukunftspotenziale birgt, vorangetrieben werden. 

  • Nachfolge-Initiative gemeinsam mit WKNÖ 
    Land und Wirtschaftskammer Niederösterreich unterstützen Unternehmerinnen und Unternehmer mit Beratung, Services und praktischen Lösungen, um Übergaben erfolgreich umzusetzen und Know-how, Arbeitsplätze sowie regionale Wertschöpfung zu sichern. In einer gemeinsamen Nachfolge-Initiative von WKNÖ und Land NÖ werden jährlich rund 400 Beratungen, ergänzt durch eine Online-Nachfolgebörse mit über 1.000 Inseraten und Formate wie „Nachfolge+“ oder das Forum Betriebsnachfolge geboten. Ergänzend tragen maßgeschneiderte Finanzierungslösungen der NÖBEG dazu bei, Betriebsnachfolgen abzusichern.

  • Neuausrichtung & Verstärkung Gründerberatung 
    Die Kooperation und Zusammenarbeit im Bereich der Gründerunterstützung zwischen Land (riz up) und Wirtschaftskammer NÖ (Gründerservice) wird weiter gestärkt. Gemeinsam bündeln Land NÖ und WKNÖ diese Angebote im Rahmen von „Gründerland Niederösterreich“, um Gründungen und Übernahmen in Niederösterreich bestmöglich zu erleichtern und zu fördern.

  • Potentialanalyse „Zertifizierung, Testung, Servicierung“ 
    Durch die fortschreitende Technologisierung, durch innovative und intelligente Produkte oder neue Verfahren wird der Bereich der Qualitätssicherung, der Produktsicherheit und die Gewährleistung der Funktionalitäten weltweit immer wichtiger. Viele komplexe Produkte – das reicht von der Medizin- und Pharmabranche über Energie, Verkehr und technologische Industrien, benötigen spezifische Testverfahren, Testgeräte und Testumgebungen. Um neue Entwicklungen, oft in Form von Prototypen, testen zu lassen und um diese rasch zur Marktumsetzung zu bringen,braucht es Institutionen und Organisationen, die auf Testungen- und Zertifizierungen spezialisiert sind. In Niederösterreich gibt es hier bereits ein sehr gutes Angebot. Dies soll in Zukunft gestärkt und weiter ausgebaut werden.
 
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3. Handlungsfeld: Ausbau von Innovation und Forschung 

  • Aufbau des internationalen Startup-Hub „Weltraum“ in Schwechat  

    Das ESA Phi-Lab Austria fungiert schon jetzt als Kompetenzzentrum für die Kommerzialisierung von Weltraumtechnologien und unterstützt die Industrialisierung innovativer Hardware- und Softwarelösungen für den New-Space-Markt. Indem wissenschaftliche Erkenntnisse aus der Raumfahrtforschung in konkrete Anwendungen für Satelliten, Luftfahrt und Navigation überführt werden, wird Niederösterreich als Standort für Forschung, Entwicklung und Umsetzung von Technologien mit hohem wirtschaftlichem Potenzial weiter positioniert. Gleichzeitig wird die Unterstützung für Startups mit nachhaltigen Geschäftsmodelle ausgebaut.

    Für Unternehmen, Forscherinnen und Forscher sowie insbesondere auch für internationale Startups dient dieses Inkubatorenangebot als Fundament, fördert darüber hinaus die europäische Vernetzung und leistet einen Beitrag zur Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit Niederösterreichs und Europas im Weltraumsektor.

  • Fördercall: Prototypisch NÖ 

    Im Laufe des Jahres 2026 wird ein Call für die Unterstützung der Entwicklung von Prototypen ausgelobt.

    Mit dem Fördercall „Prototypen“ unterstützt das Land Niederösterreich Unternehmerinnen und Unternehmer dabei, innovative Ideen rasch in praxistaugliche Funktionsmodelle zu überführen. Gefördert werden Prototypen, die bereits deutlich produkt- bzw. anwendungsnah sind und den Schritt von der Entwicklung hin zur Marktreife erleichtern.

  • Ausbau der Plattform für Green Transformation & Bioökonomie 
    Die Plattform fürGreen Transformation & Bioökonomie bündelt die Aktivitäten in Niederösterreich in dieser chancenreichen Schlüsseltechnologie und fungiert als Schnittstelle zwischen den wichtigsten Akteurinnen und Akteuren. Ziel ist es, niederösterreichischen Betrieben den Einstieg in die biobasierte und klimaneutrale Produktion zu erleichtern sowie konkrete Möglichkeiten und Chancen aufzuzeigen. Als industriepolitisches Zukunftsfeld mit starkem Wachstum bietet sie auch für Niederösterreich großes Entwicklungspotenzial. Die Plattform dient als Informationsdrehscheibe um erarbeitetes Know-how in die Breite, stärkt Netzwerke, ergänzt fehlende Bausteine durch gezielte Forschungs- und Kooperationsprojekte.
 

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